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Pflegewissen

chinesische Steineibe

Die Original-Pflegeanleitung der Bonsaiwerkstatt Berlin.

PDF · Pflegeanleitung

Pflegeanleitung chin. Steineibe (Podocarpus macrophylla)

Herkunft:
China u.a.
Laub/Nadel:
Nadelbaum immergrün
Blühend:
ja
Fruchttragend:
ja

Standort

Die chinesische Steineibe ist eine subtropische Pflanze. Ein Standort ist ganzjährig in der Wohnung möglich, wobei auf ausreichende Lichtversorgung zu achten ist. Im Sommer kann Sie gern nach draußen. Sonne, Wind und Regen lassen hier die Blätter härter werden und machen die Pflanze widerstandsfähiger gegen Krankheiten und Schädlinge. Hierbei ist zu beachten, dass man den Baum nicht einfach in die Sonne stellt, sondern langsam an das Sonnenlicht und die darin enthaltene UV-Strahlung gewöhnt, da es ansonsten ähnlich wie bei der menschlichen Haut zu einem Sonnenbrand kommt. Steineiben vertragen je nach Alter und Gewöhnung Temperaturen bis an den Gefrierpunkt.

Gießen

Die Steineibe hat standortabhängig einen normalen Wasserbedarf. Das Substrat sollte zu jeder Jahreszeit gleichmäßig feucht gehalten werden. Die Oberfläche des Substrates darf man zwischen den Bewässerungsgängen bis zu einem gewissen Punkt abtrocknen lassen. Es darf jedoch nie völlig austrocknen, weil sonst die Feinwurzeln absterben. Staunässe gilt es unbedingt zu vermeiden. Beim Gießen überbraust man nach Möglichkeit die ganze Pflanze mit Regenwasser. Hierdurch werden die Blätter vom Staub gereinigt und die Luftfeuchtigkeit für den Baum temporär erhöht. Im Falle der Bewässerung mit Leitungswasser verzichtet man auf das Überbrausen des Blattwerkes, da dies zu Kalkflecken auf den Blättern führt. Dann wird nur das Substrat gegossen - am besten mit einer feinen Brause bzw. einer Ballbrause. Auf diese Weise wird das Substrat nicht aus der Schale geschwemmt. Das Gießen wird durch kurze, wiederholende Güsse solange fortgesetzt, bis sich das Substrat gut und gleichmäßig mit Wasser vollgesogen hat. Eine alternative Möglichkeit der Bewässerung ist das Tauchbad. Hierbei stellt man den Bonsai mit Schale bis zum Schalenrand kurzzeitig in ein Wasserbad, bis sich das Substrat von unten durch die Ablauflöcher der Bonsaischale vollständig mit Wasser vollgesogen hat. Anschließend lässt man das überschüssige Wasser aus den Ablauflöchern der Bonsaischale abtropfen. Diese Bewässerungsmethode gewährleistet eine vollständige und gleichmäßige Durchfeuchtung der gesamten Wurzelzone des Baumes. Diese ist wichtig, da dauerhaft trocken bleibende Bereiche des Wurzelsystems dem Baum verloren gehen. Bei warmer Witterung, hoher Raumtemperatur oder starker Lichteinstrahlung sollte der Baum in geringeren Zeitabständen kontrolliert und gegebenenfalls häufiger gewässert werden.

Schneiden

Ein Steineibe sollte geschnitten werden, wenn der zunächst helle Neuaustrieb ca. 4-6 cm lang gewachsen und „gereift“, d.h. dunkel geworden ist. Dieser Neuaustrieb wird dann auf ca. 1-2 cm zurückgeschnitten. Bei einem schwächer wachsendem Exemplar entfernt man ggf. nur die Triebspitzen. Stärkere Rückschnitte sollten im Frühjahr bis Frühsommer erfolgen bzw. dann wenn der Baum sehr vital wächst.

Drahten

Eine gängige Methode, eine Steineibe zu gestalten, ist das Drahten. Stamm, Äste und Zweige, die geformt werden sollen, werden in gleichmäßigen Windungen spiralförmig mit Bonsaidraht umwickelt. Anschließend bringt man die so gedrahteten Äste und Zweige in die gewünschte Position. Der Draht sollte nach einer gewissen Zeit entfernt werden, da er sonst durch das weitere Dickenwachstum in die Rinde einwächst.

Düngen

Obwohl Bonsaibäume langsam wachsen sollen, müssen sie während der Wachstumszeit vom Frühjahr bis zum Herbst regelmäßig gedüngt werden. Mit dem Düngen wird ggf. nur ausgesetzt, wenn umgetopft wurde oder der Baum kühl überwintert. Die Grunddüngung sollte mit einem organischen Feststoffdünger (z.B. Biogold oder Bonsaimaster) oder einem organischen Bonsai-Flüssigdünger erfolgen. Die Verwendung von anorganischen (salzhaltigen) Düngemitteln ist dem Laien nicht zu empfehlen.

Umtopfen

Ein Steineibe sollte je nach Alter und Zustand alle 2 bis 4 Jahre im Frühjahr umgetopft werden. Beim Umpflanzen werden die Wurzeln beschnitten und damit ein besser verzweigtes Wurzelsystem angeregt. Das Verpflanzen in eine größere Schale ist nötig, wenn die Schale zu klein geworden ist (ideale Schalenlänge = 2/3 der Pflanzenhöhe). Durch das Umpflanzen wird verbrauchte Erde bis zu ca. 2/3 durch neue ersetzt. Die richtige Zeit fürs Umtopfen ist das Frühjahr. Eine Substratmischung für die Steineibe sollte gut durchlässig sein kann aus je einem Drittel Akadama, Lavasplitt und Humus bzw. Kokoserde bestehen.

Überwinterung

Die Steineibe kann bei Zimmertemperaturen von bis zu 20 °C im Winter in der Wohnung bleiben. Dabei ist jedoch auf eine ausreichende Belichtung zu achten. Für die Baumgesundheit wäre es ideal, einen kühleren Standort zu wählen, der um die 10-15 °C beträgt, da die Steineibe eine leichte Winterruhe bevorzugt. Da mit abnehmender Tageslänge und geringerer Lichtintensität dem Baum im Winter grundsätzlich weniger Licht für die Photosynthese zur Verfügung steht, ist auf einen hellen Standort zu achten. Ggf. kann zusätzlich künstliches Pflanzenlicht eingesetzt werden. Weiterhin ist zu beachten, dass die Pflanze einen geringeren Wasserbedarf als im Sommer hat. Grundsätzlich gilt aber: Je wärmer und heller die Pflanze überwintert und je mehr Blätter sie hat, desto höher ist ihre Verdunstungsrate und damit auch der Wasserbedarf.

www.bonsai-berlin.de

Falls die Originaldatei nicht erreichbar ist: mail@bonsai-berlin.de

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